Pressearchiv 2010
Mit Joey’s in die Chefetage
1983 kam Balwinder Singh-Ghothra aus Indien nach Hamburg. Heute gehören ihm als Franchise-Partner von Joey’s Pizza sechs Lieferdienste.
Hamburg. Vom Pizzabäcker zum erfolgreichen Unternehmer - so könnte man die Karriere von Balwinder Singh-Ghothra auf den Punkt bringen. Vor 20 Jahren hat er sich mit seinem ersten Joey’s Pizza in Hamburg selbstständig gemacht. Inzwischen sind es sechs Betriebe, in denen rund 200 Mitarbeiter arbeiten. Bei 3,5 Mio. Euro lag der Umsatz in 2009. „Ich bin als 25-jähriger aus Indien nach Deutschland gekommen, um mir als Selbstständiger eine Existenz aufzubauen. 1989 habe ich einen Job als Pizzabäcker bei Joey’s Pizza in Hamburg Eimsbüttel angenommen“, erinnert sich Singh-Ghothra an die Anfänge. „Ein Jahr später war es mein eigener Betrieb“.
Franchise: Expansion mit Konzept
Als Franchise-Partner von Joey’s Pizza ist der Vater von fünf Kindern seitdem auf Expansionskurs. Auch wenn die Familie zunächst von seiner Entscheidung nicht begeistert war. „Schließlich habe ich damals meine ganzen Ersparnisse und Geld von meinem Bruder für den Start investiert“, so der 52-jährige. Sein Bruder war es dann auch, der gemeinsam mit ihm und einem Freund rund um die Uhr im ersten Betrieb gearbeitet hat. „Aber drei Vollzeitkräfte haben sich für den Betrieb nicht gerechnet“, erklärt Singh-Ghothra. „Da habe ich meinen zweiten Joey’s Pizza eröffnet“. Doch in den 20 Jahren Selbstständigkeit musste der Unternehmer auch Rückschläge hinnehmen. „Gerade nach der Umstellung auf den Euro hatten wir ganz schön zu kämpfen, sodass wir Mitarbeiter entlassen und meine Frau operativ einspringen musste“.
Auch die Töchter arbeiten heute im Unternehmen mit
„Es war ein harter Weg, den ich als Einzelkämpfer und ohne meine Familie so nicht geschafft hätte“, sagt Singh-Ghothra im Rückblick. „Meine Familie und sehr viel Selbstvertrauen haben mir dabei geholfen“. Zwei Töchter von ihm arbeiten bereits seit ein paar Jahren mit im Unternehmen. Natascha (27 Jahre) und Mareile (25 Jahre) kümmern sich um Personal, Büro und die Einarbeitung der Mitarbeiter. „Einmal in der Woche sitzen wir alle zusammen und teilen die Aufgaben auf“, erzählt Mareile Singh, die sich nach ihrer Ausbildung zur Bürokauffrau entschlossen hatte, in das Geschäft des Vaters einzusteigen. Mit dem Engagement seiner beiden Töchter ist für Singh-Ghothra ein Traum in Erfüllung gegangen. „Nur wer sich selbst mit viel Mühe etwas aufgebaut hat, weiß was es bedeutet, alles weitergeben zu können“.
Mit Joey’s Marktpotenziale ausschöpfen
Noch gute 10 Jahre plant Balwinder Singh-Ghothra aktiv in seinem Unternehmen zu arbeiten. Dann will er sich zurückziehen und erst einmal alle seine Freunde aus der Kindheit in Indien besuchen, die inzwischen in der ganzen Welt verteilt leben. „Danach werde ich meinen Kindern in geschäftlichen Fragen gerne beratend zur Seite stehen“. Aber bis dahin hat Singh-Ghothra noch einiges vor. In diesem Jahr eröffnet er seinen siebten Joey’s Pizza in Hamburg. „Außerdem stehen einige Umbauten an, wo wir ergänzend zum Lieferservice mit der PizzaBar auch den Direktverzehr anbieten“. Aber damit ist noch lange nicht Schluss. „Der Markt für Pizza wächst weiterhin, so dass durchaus noch die eine oder andere Neueröffnung in Zukunft anstehen könnte“.
